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Die Wortwahl — das Unternehmen muss sich „transformieren“, „weiterentwickeln“, „verändern“ oder „anpassen“ — ist nicht entscheidend, denn die Botschaft bleibt dieselbe: Die Art und Weise, wie Unternehmen Geschäfte tätigen und wie sie gestaltet und organisiert sind, hat sich verändert. Viele Jahre lang sind wir davon ausgegangen, dass diejenigen Unternehmen die besten sind, die am meisten Geld verdienen oder den größten Marktanteil haben. Deshalb haben wir auch unsere Mitarbeiter immer so behandelt, als müssten sie für uns arbeiten und nicht als wollten sie für uns arbeiten. Heute gehen diejenigen Unternehmen als Sieger hervor, die ihre Wettbewerber überleben.

Dies ist eine völlig neue Sichtweise. Die Führungsebene kann nicht mehr nur kurzfristig an die Quartalsergebnisse denken, sondern muss sich auf eine langfristige Herangehensweise umstellen. In der Wirtschaftswelt wird darüber natürlich bereits seit Jahren gesprochen, verändert hat sich bisher jedoch wenig. Ein langfristiger Ansatz hat nichts mit Innovation, Gewinnen, Erfolg bei den Kunden oder Produkten zu tun.Langfristig zu denken bedeutet, das Unternehmen neu zu gestalten und dabei die Mitarbeiter in den Mittelpunkt zu rücken. Alles andere wird sich daraus ergeben. Wie können wir also die Mitarbeiter in den Mittelpunkt stellen? Es gibt drei sofort umsetzbare Maßnahmen.

1. Fördern Sie die engagierten Mitarbeiter

Traditionell werden diejenigen Mitarbeiter befördert, die in ihrem Job gut sind, also z. B. der Mitarbeiter mit den meisten Vertragsabschlüssen, der Mitarbeiter, der die höchsten Einnahmen generiert, und der Mitarbeiter, der die besten Ergebnisse liefert. Diese Personen leisten selbstverständlich alle einen großartigen persönlichen Beitrag; aber dies muss noch nicht bedeuten, dass sie andere Mitarbeiter führen sollten. Stattdessen, müssen wir diejenigen Mitarbeiter im Unternehmen befördern, die stark motivierend und inspirierend wirken, Empathie zeigen und andere unterstützen. Wenn wir Menschen in Machtpositionen bringen, denen andere Menschen nicht besonders viel bedeuten, wird keine Konzentration auf eine langfristige Herangehensweise möglich sein. Fürsorge lässt sich nicht in einer Schulung vermitteln.

2. Aufmerksamkeit entwickeln

Es ist für uns zu einer Art Obsession geworden, die Beiträge mit den meisten Likes auf Google oder Facebook zu kopieren, denn was für die anderen gut ist, muss ganz klar auch für uns gut sein. Dabei sollten die Unternehmen auf der ganzen Welt eher auf ihre eigenen Mitarbeiter achten. Dies setzt hohe Investitionen in People Analytics und in Technologien für Feedback in Echtzeit voraus. Weiterhin muss den Führungskräften beigebracht werden, wie man echte Gespräche mit den Mitarbeitern führt (und umgekehrt), d. h. wie der Mitarbeiter als Mensch und nicht nur als Arbeitskraft gesehen wird.

Wenn Sie ein Unternehmen aufbauen möchten, in dem die Arbeit keine lästige Pflicht, sondern eine Freude ist, müssen Sie es mit Ihren Mitarbeitern tun – nicht für sie.

3. Denkweise verändern: Labor vs. Werk

Fabriken (Werke) sind linear und konzentrieren sich auf den Status quo. Es wird kommandiert und kontrolliert, und die alten Arbeitsplatz- und Managementpraktiken werden auch weiterhin durchgesetzt. In Laboren hingegen wird das Scheitern nicht als Niederlage empfunden, es werden Daten genutzt, Testhypothesen getroffen und Feedback gesammelt.

Die Unternehmen müssen den Übergang von der Fabrik zum Labor schaffen. Die Zukunft der Arbeit liegt nicht in einer fabrikmäßigen Herangehensweise. Was funktioniert und was nicht, lässt sich am besten durch Ausprobieren herausfinden.

Ich bin absolut davon überzeugt, dass sich in den nächsten Jahren diejenigen Unternehmen durchsetzen werden, die sich auf ihre Mitarbeiter konzentrieren. Dafür habe ich in meinem neuen Buch über Mitarbeiter-Experience Beweisdaten geliefert.

Erfolgreich Unternehmen transformieren